Schwerpunkte der Meeres- und Polarforschung

Deutsch-russische Kooperation im Bereich der Meeres- und Polarforschung gehört zu den erfolgreichsten – über viele Jahre ist es den Forschern gelungen, im Rahmen der WTZ-Vereinbarung zwischen Deutschland und Russland konnte eine sehr intensive Zusammenarbeit zum beiderseitigen Nutzen gestaltet und gefördert werden.
Aus der Vielzahl gemeinsamer, erfolgreicher wissenschaftlicher Projekte und Aktivitäten sind besonders das Projekt „Laptjew See“ und das deutsch-russische Otto-Schmidt-Labor (OSL) in St. Petersburg hervorzuheben.

Das Projekt „Laptjew See“ beinhaltet sowohl marine als auch terrestrische Untersuchungen zum Umweltsystem dieser, für das Klima der nördlichen Hemisphäre, wichtigen Permafrostregion durchgeführt.

Das deutsch-russische Otto-Schmidt-Labor in St. Petersburg ist angesiedelt am Institut für Arktis- und Antarktisforschung der Russischen Föderation und wird auf deutscher Seite getragen von der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Im Februar 2006 konnte es bereits sein 5-jähriges Bestehen feiern. Das Labor dient als Plattform für die Koordination und Weiterentwicklung der bilateralen Forschungsvorhaben und ist eine unverzichtbare Schnittstelle im Netzwerk der beteiligten Institute beider Seiten.

Beispiel: Masterstudiengang für Polar- und Meereswissenschaften
Im November 2002 wurde der gemeinsame Master-Studiengang POMOR für angewandte Polar- und Meereswissenschaften in St. Petersburg eröffnet. Wichtigstes Ziel von POMOR ist, jungen russischen Studierenden ein internationales, auf die Vereinbarung von Bologna aufbauendes Ausbildungsprogramm im eigenen Land zu bieten. 2004 erhielten die ersten russischen Studenten in der angewandten Polar- und Meeresforschung einen Masterabschluss, gleichzeitig an den Universitäten Bremen und St. Petersburg. Das Otto-Schmidt-Labor unterstützt die Studierenden bei den praktischen Arbeiten im Labor sowie den Feldversuchen im Gebiet der russischen Laptjew See.


2007 – 2008 wird das Internationale Polarjahr stattfinden. Dies soll ein weiterer Anlass sein, die Forschungskooperation beider Länder im Bereich der Meeres- und Polarforschung zu intensivieren. Die Untersuchung der Laptjew-See im Nordpolarmeer wird dabei eine zentrale Rolle zukommen.
Deutschland wird im Rahmen des internationalen Polarjahres den Neubau der Neumayer-Station III durch Bereitstellung umfangreicher Mittel voran treiben. Außerdem wird den Wissenschaftlern im internationalen Polarjahr für die gemeinsame Zusammenarbeit in der Polarforschung das neue Forschungsschiff M.S. MERIAN zur Verfügung stehen.