Meyer-Krahmer: "Kooperation mit Russland wird immer wichtiger"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Vereinigte Institut für Kernforschung (VIK) in Dubna haben ihre Kooperationsvereinbarung um drei Jahre verlängert. "Die Zusammenarbeit mit Dubna ergänzt optimal unsere gemeinsamen Aktivitäten mit Russland", sagte Staatssekretär Prof. Frieder Meyer-Krahmer. Er verwies auch auf den europ. Röntgenlaser XFEL in Hamburg und die Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt. An beiden intern. Großforschungs-Projekten ist Russland maßgeblich beteiligt. Meyer-Krahmer: "Russlands Unterstützung und Mitarbeit an diesen international sichtbaren Forschungsvorhaben gewinnt zunehmend an Bedeutung."
Das VIK Dubna wurde 1956 von den damaligen Ostblock-Staaten als Reaktion auf den Start des Europäischen Kernforschungszentrums CERN gegründet. Mitglieder des VIK sind heute vor allem die Staaten Mittel- und Osteuropas und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Kooperationsvereinbarungen auf quasistaatlicher Basis gibt es außer mit Deutschland - in der Nachfolge der 1991 erloschenen Mitgliedschaft der DDR beim VIK Dubna - mit Ungarn und Südafrika. Das VIK hat heute 3700 Mitarbeiter und einen Haushalt von 68 Millionen US-Dollar.

Die Vereinbarung war ursprünglich allein auf die Zusammenarbeit am VIK Dubna zur Nutzung der dortigen Anlagen ausgerichtet. Als inhaltliche Schwerpunkte wurden die theoretische Physik, die Schwerionenphysik und die Forschung mit Neutronen vereinbart. Später wurde die Hochenergiephysik als weiterer Schwerpunkt ergänzt. Heute spielt die Mitarbeit von Wissenschaftlern aus dem VIK Dubna an Projekten in Deutschland, insbesondere den Projekten XFEL und FAIR eine ständig wachsende Rolle. Dieser Umstand spiegelt sich auch im Wissenschaftleraustausch wider: Rund 150 deutsche Forscher besuchen jährlich das VIK, etwa 500 Wissenschaftler aus dem VIK halten sich in Deutschland auf. Insgesamt pflegen mehr als 70 Forschungseinrichtungen und Hochschulen aus Deutschland wissenschaftliche Beziehungen zum VIK Dubna. Außer der Zuwendung aus der Kooperationsvereinbarung über derzeit rund 1,2 Millionen Euro jährlich werden aus der Verbundforschung des BMBF für deutsche Projektpartner jährlich nochmals rund 1 Million Euro für Forschungsvorhaben zur Verfügung gestellt, die gemeinsam mit dem VIK bearbeitet werden.

Quelle: BMBF