Neue Partner im Osten - Workshop zur Systembiologie in Moskau

Der Aufbau und die Vertiefung von Kooperationen zwischen Russland und Deutschland auf dem Gebiet der Systembiologie und Bioinformatik war das Ziel des „Helmholtz Russian-German Workshop on Systems Biology“, der von 27. bis 29. Februar 2008 in Moskau stattfand. Auf deutscher Seite nahmen an dem Workshop Wissenschaftler aus fünf Helmholtz-Zentren sowie aus verschiedenen Universitäten teil. Sie trafen dort auf über 50 russische Wissenschaftler, vor allem aus dem Bereich Bioinformatik.
Organisiert wurde der Workshop gemeinsam durch das Helmholtz Büro in Moskau, die Helmholtz Allianz Systembiologie und durch das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) in Zusammenarbeit mit Partnern in Russland. Hervorzuheben ist das Engagement von Dr. Inna Lavrik aus dem DKFZ, deren gute Kontakte in die russische Wissenschaft maßgeblich dazu beitrugen, ein hochinteressantes Teilnehmerfeld zusammenzustellen, sowie des Helmholtz Büros in Moskaus unter Leitung von Dr. Bertram Heinze, für die Organisation vor Ort. Auf russischer Seite waren unter anderem Prof. Mikhail Gelfand, Vize-Direktor des "Institute for Information Transmission Problems" in Moskau und Prof. Nikolay Kolchanov, Leiter des Institutes für Zellbiologie und Genetik in Novosibirsk, an der Organisation beteiligt. Finanziert wurde der Workshop über eine großzügige Zuwendung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und über Mittel aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft, sowie durch den Russischen Fond für Grundlagenforschung (RFFI)

Das Forschungsgebiet der Systembiologie hat in den letzten Jahren große Beachtung gefunden und wird innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft seit Anfang 2007 gezielt über die Helmholtz Allianz Systembiologie gefördert. An der Allianz, die von Prof. Roland Eils am DKFZ in Heidelberg koordiniert wird, sind sechs Helmholtz-Zentren sowie zahlreiche Universitäten beteiligt. Wie von Dr. Sebastian Schmidt, Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums Jülich, bei der Eröffnung betont wurde, ist Russland aufgrund des enormen Potentials und der langen Tradition der russischen Wissenschaften in den Bereichen Mathematik und Bioinformatik ein wichtiger Partner für künftige Arbeiten im Bereich Systembiologie. Prof. Sergei Nedospasov, Gruppenleiter am Engelhardt Institut für Molekularbiologie und an der Lomonossov-Universität in Moskau und Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, hob die Chancen von bilateralen Kooperationen zwischen Deutschland und Russland hervor, von denen die Biowissenschaften in Russland enorm profitieren und so dem Wegzug von jungen russischen Wissenschaftlern ins Ausland entgegen wirken können.
Danach stellte Prof. Roland Eils in seiner Keynote-Lecture Schlüsselkonzepte der Systembiologie vor und präsentierte aktuelle Ergebnisse aus der Zusammenarbeit von experimentell und theoretisch arbeitenden Wissenschaftlern in der Biomedizin.
Während des Workshops stellten russische und deutsche Wissenschaftler ihre Arbeiten vor und diskutierten mögliche Kooperationen. Im Rahmen von zwei Postersessions hatten auch zahlreiche Nachwuchswissenschaftler Gelegenheit ihre Arbeiten zu präsentieren.
Zum Ende des dreitägigen Workshops wurden Möglichkeiten der Förderungen von bilateralen Kooperationen über den DAAD, die DFG, das Internationale Büro des BMBF und die Helmholtz-Gemeinschaft vorgestellt. In der anschließenden Diskussionsrunde wurden dann bereits die ersten konkreten Pläne für neue Kooperationen erörtert und auch die Herausforderungen künftiger Zusammenarbeiten gezielt angesprochen.
Zum Abschluss des gelungenen Workshops hatte die deutsche Delegation die interessante Gelegenheit, einige der Arbeitsgruppen aus Moskau auf dem beeindruckenden Campus der Lomonossov-Universität, der größten Universität Russlands, zu besuchen und einen Eindruck von den dortigen Arbeitsbedingungen zu bekommen.

Weitere Informationen:

Dr. Bertram Heinze
Leiter Helmholtz Büro Moskau
German-Russian House Moscow
Malaya Pirogovskaya 5
119435 Moscow
Russland
und
Dr. Jan Eufinger
Projektmanager Helmholtz Allianz Systembiologie
DKFZ Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg