POMOR

Der Masterstudiengang für angewandte Polar- und Meereswissenschaften POMOR ist eine Fortentwicklung der erfolgreichen russisch-deutschen Kooperationsprojekte in der Polar- und Meeresforschung wie dem Otto-Schmidt-Labor für Polar- und Meeresforschung (OSL) am Staatlichen Institut für Arktis- und Antarktisforschung in St. Petersburg (AARI). POMOR beruht auf einer gemeinsamen Initiative der Universitäten St. Petersburg und Bremen, der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft (AWI) und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).
POMOR wurde in Anlehnung an den Masterstudiengang „Geosciences“ der Universität Bremen konzipiert und wird seit 2002 in Kooperation mit den Universitäten Greifswald, Hamburg, Kiel, Potsdam und Rostock sowie dem Institut für Ostseeforschung Warnemünde, dem AARI und dem OSL angeboten.

POMOR bildet Studierende in modernen Themenfeldern der Meeres- und Polarwissenschaften aus. Aufbauend auf den Disziplinen Ozeanographie, Biologie und marine Geowissenschaften werden natur-, ingenieurs- und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte vermittelt. Der Studiengang schließt mit einem Master of Science in angewandten Polar- und Meereswissenschaften ab. Das Studium findet hauptsächlich an der Fakultät für Geographie und Geoökologie der Staatlichen Universität St. Petersburg (SPbU) und am kooperierenden OSL statt. Das Lehr- und Prüfungsprogramm bestreiten Dozenten der oben aufgeführten deutschen und russischen Institutionen; sie betreuen auch die gemeinsamen Masterarbeiten. Außerdem werden gemeinsam organisierte Praktika, Exkursionen sowie eine Vorbereitungsphase für die Masterarbeiten in Deutschland ermöglicht.

Durch anwendungsbezogene Kenntnisse in verschiedenen naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen sowie durch die Vertrautheit mit internationalen Bildungssystemen und Lernstrategien sind die Absolventen des Studienganges international gefragte, hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler, die z.B. in den Bereichen Klima- und Rohstoffforschung sowie Umwelt- und Ressourcenmanagement eingesetzt werden können. Viele Absolventen haben ihre wissenschaftlichen Tätigkeiten in der Polar- und Meeresforschung fortgesetzt und nutzen die weiterführenden Qualifikationsmöglichkeiten des POMOR-Netzwerkes in Deutschland und Russland. Hervorzuheben ist, dass alle Absolventen Beschäftigung fanden, einige von ihnen auch an deutschen Forschungseinrichtungen wie dem IFM-GEOMAR, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und der Stiftung AWI. Somit bilden die Absolventen das Potential für eine auch in Zukunft erfolgreiche Zusammenarbeit Deutschlands mit Russland in diesem Bereich.

Bisherige Ergebnisse des Projekts

Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung des deutschen Koordinationsbüros am IFM-GEOMAR in Bremen im Januar, mehrere Arbeitstreffen u.a. zur Absprache der Lehrinhalte und zur Festlegung des aktuellen Curriculums sowie des Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahrens, der Aufnahmeprüfungen (26.6. und 19.9.2007) und des Beginns des dritten Studienjahrganges (1.10.2007).
Im ersten Quartal des Jahres wurden außerdem eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt, um begabte und motivierte Studierende für POMOR zu gewinnen. So hat die Universität St. Petersburg z.B. eine groß angelegte Informationsveranstaltung, an der weit über 200 Studierende teilgenommen haben, durchgeführt. Bis Mitte Juni 2007 hatten sich 55 Studierende aus Russland, der Ukraine, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Mexiko, Ungarn, Slowenien und den USA schriftlich für den Studiengang beworben. Zugelassen für den dritten Studienjahrgang wurden 14 Studierende aus Russland und eine Studierende aus Slowenien.

Zu wichtigen Schritten in der langfristigen Weiterentwicklung des Studiengangs POMOR gehörten im Jahr 2007:

  • die Präsentation des Projektes während des 7. Petersburger Dialoges in Wiesbaden vom 13. bis 15.10.2007,
  • der Besuch der Konrektorin der Universität Bremen Prof. Dr. Ilse Helbrecht am 11.6.2007,
  • der Besuch des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung am 12.7.2007,
  • der Besuch des Ministers für Justiz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein Uwe Döring am 17.07.2007
  • und der Besuch des Rektors der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Professor Dr. Thomas Bauer am 2.10.2007.

Der Masterstudiengang POMOR wird maßgeblich vom BMBF, von den Universitäten St. Petersburg, Bremen, Hamburg und Kiel sowie vom IFM-GEOMAR gefördert.

Kooperation mit der Industrie

Es wurden Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen und Behörden, die Feldpraktika unterstützen möchten und Interesse an der Übernahme von POMOR-Absolventen zeigen, geknüpft. Großes Interesse an einer Kooperation zeigt u.a. die ExxonMobil-Niederlassung in Moskau.