Schwerpunkte der Biotechnologie

Die 1994 unterzeichnete Fachvereinbarung auf dem Gebiet der Biologischen Forschung und Biotechnologie wurde anlässlich des Treffens der Ko-Vorsitzenden der Gemischten Kommission für Wissenschaftlich-Technische Zusammenarbeit am 24. August 2006 wiederholt um vier Jahre bis zum Juni 2010 verlängert. Gleichzeitig wurden die thematischen Schwerpunkte um den Bereich der Lebenswissenschaften sowie um die praktische Nutzung von Forschungsergebnissen beider Fachbereiche ergänzt. Ziel ist, diese Ergebnisse weiterzuentwickeln und der deutsch-russischen Kooperation neue und zusätzliche Impulse zu verleihen.
Deutschland und Russland betrachten ihre Kooperation in der Biotechnologie als wichtiges Instrument, um die Innovationsdynamik in Industrie und Landwirtschaft zu beschleunigen. Dabei geht es einerseits um die Vernetzung der führenden wissenschaftlichen Expertise auf den Zukunftsfeldern der biotechnologischen Forschung, insbesondere auf den Gebieten Bioinformatik, Proteomforschung und Systembiologie. Andererseits sollen Ergebnisse aus der Forschung durch den transnationalen Technologietransfer rasch kommerzialisiert werden. 

Mit Blick auf die oben genannten Zielsetzungen sind folgende Ereignisse abgeschlossener und laufender Projekte hervorzuheben:

  • Im Oktober 2005 startete auf der Hannovermesse das deutsch-russische Projekt zum Technologietransfer in der Biotechnologie. Hier sollen zehn Technologie- und Produktideen aus Russland und Deutschland kommerzialisiert werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von zunächst drei Jahren, jedoch mit Verlängerungsoption.
  • Ein erster Workshop im Dezember 2005 in brachte viele Akteure russischer und deutscher Universitäten, Max-Planck-Institute und Unternehmen zusammen. Die Vorbereitung der gemeinsamen Teilnahme an europäischen oder nationalen Fachprogrammen ist ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation: Russland ist Partner in dem vom BMBF koordinierten „ERA-Net Systembiologie“. Ziel des „ERA-Nets“ ist es, die Förderpolitik zur Systembiologie in Europa zu koordinieren und gemeinsame Förderbekanntmachungen der nationalen Förderagenturen zu vereinbaren. Das ERA-Net startete am 15. März 2006 in Berlin. Russland hat die Chance, über das ERA-Net Projektfördermechanismen zu entwickeln, die kongruent zu denen in der Europäischen Union sind. Dies ist Voraussetzung für jedwede weitere systematische Zusammenarbeit in der Biotechnologie. Wegen seiner international anerkannten Position in der Bioinformatik hat Russland gute Chancen, zu einem starken Partner innerhalb des ERA-Net zu werden.