Schwerpunkte der Gesundheitsforschung

Seit mehreren Jahren arbeiten deutsche und russische Mediziner/innen bereits in der medizinischen Forschung bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, insbesondere Tuberkulose, Hepatitis, Aids und Blutkrankheiten, zusammen.
Bisher wurden mehrere gemeinschaftliche Projekte durchgeführt, wie z. B. deutsch-russische Kongresse zu infektiologischen Themen (Tuberkulose, Hepatitis, Infektionsimmunologie). Gemeinsame wissenschaftliche Projekte zur Immunologie der Tuberkulose starteten das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie Berlin sowie das Zentrale TBC-Forschungsinstitut Moskau und die Medizinische Universität Tomsk. Zwischen der Charité Berlin und dem Moskauer Aids-Zentrum gibt es bereits Projekte zur Qualitätskontrolle der Arbeit infektionsdiagnostischer Laboratorien. Deutsche Pharmaunternehmer und die Staatliche Universität Tomsk führen klinische Studien zur Therapie von Tuberkulose-Patienten mit hochresistenten Erregern durch.

Um diese Kooperation zu erweitern und ihr zugleich eine institutionelle Form zu geben, haben sich unter Federführung der Berliner Medizinischen Gesellschaft und der Charité Berlin Infektionsspezialisten zum Koch-Metschnikow-Forum (KMF) zusammengeschlossen. Eine gleichartige Einrichtung ist auf russischer Seite im Aufbau, wobei dort die Metschnikow-Akademie St. Petersburg und die Russische Akademie der Medizinischen Wissenschaften federführend sind. Der Hauptzweck des KMF ist es, für die nächsten zehn Jahre die Zusammenarbeit im gesamten medizinischen Bereich zwischen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland zu fördern, ein Austausch-Programm für Nachwuchsmediziner durchzuführen und Präparate und technische Mittel auszutauschen. Gemeinsame Projekte in der Immunologie, Mikrobiologie und Epidemiologie werden hier gebündelt und koordiniert. Um Synergien optimal zu nutzen, wird die Zusammenarbeit in der Forschung, in Hochschulkooperationen bis hin zur Bildung abgedeckt. Der Arbeitskreis startet mit fünf deutschen und sechs russischen Partnereinrichtungen, die ein virtuelles Institut aufbauen. Das Projekt könnte damit das bisher umfangreichste der medizinischen Zusammenarbeit beider Länder werden. Im Jahr 2007 ist neben der Erweiterung des Netzwerks und der Fortführung der wissenschaftlichen Projekte für Mai das deutsch-russische Symposium „100 Jahre Metschnikow- Akademie“ geplant.